Angeln auf Ibiza – Spaß außerhalb der Hauptsaison

Das Angeln auf Ibiza macht richtig Spaß: moderate Temperaturen im Herbst, kampfstarke Fische und tolle Stimmung an Bord.

Wir überführen unsere Boote Ende September meist um den 28.09. je nach Wetterlage von Mallorca nach Ibiza. Dabei wird nicht der direkte Kurs gesteuert – wir kombinieren die Überführung des Bootes mit Schleppangeln entlang der Unterwasserabhänge , die entlang der Route nach Ibiza liegen. Um die Zeit vollends auszunutzen, ankern wir zwei weitere Tage auf den Schwert- und Thunfischplätzen direkt auf der „Banco de Emile Baudot“ oder den vorgelagerten Bergen vor Ibiza. Somit wird die Überführung der Flotte zur Power-Angeltour!

 

Es beginnt die heiße Saison beim Angeln auf Ibiza: die Amberjacks drehen durch.

Ein dicker Amberjack aus dem Mittelmeer vor Ibiza ist an Bord!

Einer der großen AJ's ist an Bord – eine echte Leistung des glücklichen Anglers.

Durch die Erfahrungen der Überführung haben wir dann auf Ibiza angekommen schon die nötige Informationen über die wichtigen Spots. Und so gehen wir vor:

Harter Drill eines großen Amberjacks vor Ibizas Küste in der Endphase

Der harte Drill eines großen Amberjacks vor Ibizas Küste in der Endphase

Wir befischen die AJ`s wenn sie an den Riffen, Kanten und Felsvorsprüngen jagen. Aber Achtung: ein sogenannter Jig oder Gummifisch (Slug) kann Gift sein, wenn man einen vorsichtigen Räuber zum Gegner hat. Ein erfahrener Top Prädator, dem ein knall-pinker Jig vor das Maul gehalten wird, nimmt sofort Reißaus. Mist! Eine der wenigen Möglichkeiten ist vergeben. Denn, auch wenn die Angelei auf die Bernsteinmakrele hier wirklich hochklassig ist – viele Chancen pro Angeltag bekommt man nicht. Daher ist oft Livebait angesagt.

Ein eher kleiner Amberjack hat sich einen Slug vor der Felswand geschnappt.

Ein eher kleiner Amberjack hat sich einen Slug vor der Felswand geschnappt.

Die Situation ist eine andere, wenn sich die Aj´s in größeren Gruppen und in gemischten Generationen versammeln. Das machen sie um gemeinsam Schwarmfische oder Riffbewohner aufzuscheuchen. Hier ist tatsächlich der Kunstköder die bessere Wahl. Angeltechnische Sternstunden, die man nie mehr vergisst. Die Situation muss allerdings erkannt werden. Hier kommt es auf Erfahrung und Fingerspitzengefühl an. Der Guide ist Guru.

Palometa im Oktober und November

Ein großer Palometa, der vor Ibizas Küste beim Spinnfischen im Mittelwasser den Köder nahm.

Ein großer Palometa, der vor Ibizas Küste beim Spinnfischen im Mittelwasser den Köder genommen hat. Der Drill dieser Fische ist knallhart, man sieht es dem Angler ein wenig an …

Der Palometa ist der Bruder des Amberjacks, nur hält er sich nicht in den tiefen Wasserschichten auf, in denen der bernsteinfarbene Räuber herrscht. "An seinem silbernen Kleid sollt ihr ihn erkennen". Bei dieser hochspezialisierten Art handelt es sich um einen blitzschnellen pelagisch lebendem Räuber. Seine Beute sucht er sich also im Freiwasser. Sie besteht hauptsächlich aus:

Die Beute wird meist im Verbund mit 2-10 Exemplaren gejagt. Clever sind die Strategien, die der Palometa bei der Jagt verfolgt. Sardinen werden durch eine Gruppe Jäger eingekreist, mit Schwanzschlägen betäubt und quasi eingesammelt. Andere Beute erfordert andere Strategien. Bei der Jagd auf Meeräschen, die bis zu 4 (!) Kilo wiegen können, wird die Beute so lange gehetzt, bis sie sich erschöpft in ihr Schicksal ergibt.

Vollgas! Die sportlichen Gabelmakrelen kämpfen extrem wild und geben sich erst geschlagen, wenn sie völlig erschöpft sind.

Vollgas! Die sportlichen Gabelmakrelen kämpfen extrem wild und geben sich erst geschlagen, wenn sie völlig erschöpft sind.

Gerade wegen dieser verschieden Jagdsituationen muss man genau wissen, was zu tun ist. Welcher Köder an welche Montage? Wie reagieren beim Biss? Oftmals verfolgt ein Palometa seine Beute zehn Minuten lang. Dann wird sie angestubst, quasi gecheckt und erst nach gründlicher Prüfung packt er final zu. Wer den Anhieb zu früh setzt, wird keine zweite Chance erhalten.

Beim Fischen mit Kunstköder auf Palometer ist es ähnlich. Weite Würfe sind angesagt. Manchmal kann von weitem beobachtet werden wie der Palometa den Köder verfolgt. Er lässt sich Zeit. Erst vor dem Boot packt er zu. Schöpft er Verdacht verschmäht er lieber das Leckerli. 

Dentex

Zahnbrassen, auch Dentex genannt, kommen vor Ibiza in beeindruckenden Größen vor und beißen den gesamten Winter hindurch.

Der Zahnbrassen, auch Dentex genannt, kommt vor Ibiza in beeindruckenden Größen vor und beißt den gesamten Winter hindurch.

Für viele Angler ist er der Inbegriff eines Rowdies. Seine langen Zähne, der hohe Schädel mit dem er ganze Steine vom Grund bewegt, um die darunter verborgene Beute aufzustöbern und zu packen – Der Angler hat einen grimmigen und entschlossenen Gegner vor der Brust. Die kompakte Körperform täuscht darüber hinweg, wie wendig und schnell er ist. Ohne Furcht packt er die Beute. Mit Kopfschlägen betäubt er Fische die fast so groß sind wie er selbst. Im Verbund mit seinen Artgenossen gelingt es selbst den großen Oktopus aufzuspüren, zu überwältigen und zu verspeisen. Don King Meerbrasse – der Gangster vom Riff!

Auch das kommt vor beim Dentex-Angeln auf Ibiza: Ein vorwitziger Riffbrasch hat sich den Fetzenköder geschnappt.

Auch das kommt vor beim Dentex-Angeln auf Ibiza: Ein vorwitziger Riffbrasch hat sich den Fetzenköder geschnappt.

Wir überlisten den Dentex mit Lebendköder und einer etwas feineren Montage als beim Amberjackfischen. Er der Vorsichtigste von allen. Nur wenn das Gerät perfekt abgestimmt ist, wird er den angebotenen Kalmar oder Hornhecht nehmen. Dann aber ohne Pardon! Sind die Dentex in Stimmung und aggressiv, können Kunstköder wie Jigs, Inchikus oder Softbaits eine gute Wahl sein. Aber Vorsicht: bekommt man den Dentex nicht gleich vom Grund gelöst und schafft er es den Felsen zu erreichen, schwinden die Chancen expotenzial. Der Dentex trennt die Schnur an den scharfen Kannten. Das war´s dann. Good-bye, Jonny! 

Entspanntes Naturköderangeln vor Ibiza – Die spannende Frage: Wer schnappt sich gleich den Kalmar in der Tiefe?

Entspanntes Naturköderangeln vor Ibiza – Die spannende Frage: Wer schnappt sich gleich den Kalmar in der Tiefe?

Die Fischerei ab Mitte November bis Mitte Januar

Mit den fallenden Wassertemperaturen werden die Kalmare als Köder immer wichtiger. Oktopus und Sepien bringen die meisten Bisse. Die Fischerei ist aufgeteilt in morgendliche Köderbeschaffung bis zum Mittag. Die oft eintretende Mittagsflaute überbrücken wir mit Vorbereitungen auf die ersten Drills. Essen, relaxen und der eine oder andere Döntjes wird zum Besten gegeben.

Ein wenig Entspannung und ein paar leckere (Ex-Köder-)Fische in der Pfanne – so wartet man hier auf die nächste Beißphase.

Ein wenig Entspannung und ein paar leckere (Ex-Köder-)Fische in der Pfanne – so wartet man hier auf die nächste Beißphase.

Gegen 15 Uhr fangen wir mit dem eigentlichen Fischen an – jetzt beginnt die erste Beißphase. Ob in der Drift oder geschleppt – die Beute der Angler wird im Winter immer bunter und es gibt Tage, an denen der Zackenbarsch, der Pargo (Meerbrasse) und der Dentex am selben Spot beißen. Nebenbei bis zum Abend füllen wir die Köderfischbehälter. Jetzt fischen wir mit etwas leichteren Ruten und Montagen. Die Fische halten sich meist länger an einem Spot auf, um gemeinsam auf Jagd zu gehen. Wenn dies geschieht, ist ein großer Ködervorrat erste Pflicht, um während der Beißphasen verschiedene Köder anbieten zu können. Den ganzen Winter hindurch, bis zum Mai, muss immer für reichlich „Livebaitvorrat“ gesorgt werden. Der Erfolg belohnt diese Anstrengung.

Die ganze Palette der Brassenartigen, die Sie hier erwartet. Abwechslung an der Rute und später in der Pfanne!

Es erwartet Sie die gesamte Palette der Brassenarten. Abwechslung an der Rute und später in der Pfanne.

Fischerei Mitte Januar bis Ende April

Im Winter kommen die gierigen Atlantischen Bonitos an die Küste Ibizas – allerbestes Spinnfischen vom Ufer ist nun möglich!

Im Winter kommen die gierigen Atlantischen Bonitos an die Küste Ibizas – allerbestes Spinnfischen vom Ufer ist nun möglich.

Neben der üblichen Fischerei auf Dentex, Amberjack, Zackenbarsch und Pargo kommt jetzt noch eine richtig spaßige Angelei hinzu: Spinnfischen auf den atlantischen Bonito. Dieser pfeilschnelle Räuber mit den seitlichen Streifen kann im Wasser alles: Sprinten, Springen, Hakenschlagen … Nur eines kann er nicht: seine Absichten verbergen. Sein zähnestarrendes Maul lässt keinen Zweifel zu: Er ist ein echter Unterwasser-Terrorist auf Beutezug. Dazu zählen Anchovies, Sardinen und kleine Makrelen. Da ist er ganz Pac-Man!

Größere Fische zerteilt er gemeinsam mit seinen Artgenossen. Das heißt aber nicht, dass brüderlich geteilt wird. Er ist ein hastiger Fresser.

Es gibt verschiedene Methoden dem „Sarda Sarda“ nachzustellen. Sind die Fische nicht an der Oberfläche zu sehen, locken wir sie mit Jigs und Softbaits in den unteren Wasserschichten. Das „zum Boot füttern“ mit Sardinenbrei und kleinen Fischstückchen übt einen unwiderstehlichen Reiz aus. Die angelockten Bonitos verleiten wir durch Lebendköder, die in verschiedenen Tiefen gelegt werden, zum Biss. Sind die Fische an der Oberfläche aktiv, verwenden wir gerne Sbirolino Montagen mit einer Fliege am bis zu 3 Meter langen Vorfach. Das bringt an Tagen, an denen das Wasser kocht, die meisten Bisse. Manchmal wollen die kleinen Thune aber auch Stickbaits oder schlanke Pilker mit Höchstgeschwindigkeit. Die richtige Taktik am jeweiligen Tage muss stets aufs Neue herausgefunden werden. Einfallsreichtum hilft!

Selbst mit der Fliegenrute sind die schnellen Räuber in Wurfweite. Nimmt einer der Thune die Fliege, ist ein unvergesslicher Drill garantiert!

Selbst mit der Fliegenrute sind die schnellen Räuber in Wurfweite. Nimmt einer der Thune die Fliege, ist ein heftiger Drill garantiert.

Ab März gesellen sich noch Palometa und kleinere Bluefins sowie False Albacore dazu. Das sorgt für Abwechslung.

Um die folgenden Generationen von AJ's und anderen Räubern brauchen wir uns hier keine Sorgen machen – die Riffs und Inseln sind dicht bevölkert.Um die folgenden Generationen von AJ's und anderen Räubern brauchen wir uns hier keine Sorgen machen – die Riffs und Inseln sind dicht bevölkert. Natürlich schützen wir unsere zukünftigen Stars der Gewässer um Ibiza.

Jetzt, in der Saison 2017 laden wir Euch ein, dieses spannende und unterschätzte Revier kennen zu lernen. Eure Erwartungen werden mit Sicherheit übertroffen. Für Fragen rund um das Angeln auf den Balearen sind wir die erste Adresse. Wir freuen uns auf Eure Kontaktaufnahme.

Euer

Michael Standor 

Balearic Sportfishing